Borstenstärke bei Zahnbürsten: Was die Angaben wirklich bedeuten und warum sie wichtiger sind, als Sie denken

Letzte Aktualisierung: März 2026 · Quellen am Ende des Artikels

„Weich", „mittel" oder „hart" – diese Angaben stehen auf fast jeder Zahnbürstenverpackung. Doch was genau dahintersteckt, wissen die wenigsten. Wie wird die Borstenstärke gemessen? Was bedeutet sie für Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch? Und warum empfehlen immer mehr Zahnärzte ultra-weiche Borsten? Dieser Ratgeber erklärt die technischen Grundlagen und hilft Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Was ist Borstenstärke?

Borstenstärke – oft auch als Borstenhärte oder Borstensteifigkeit bezeichnet – beschreibt den Widerstand, den die einzelnen Borsten einer Zahnbürste beim Biegen entgegensetzen. Je dicker und kürzer eine Borste ist, desto steifer fühlt sie sich an. Je dünner und länger, desto weicher. Der Fachbegriff dafür ist Flexibilität oder Biegesteifigkeit des Filaments.

Die Borstenstärke wird primär durch den Durchmesser des Borstenfilaments bestimmt – das ist der dünne Kunststofffaden (meist Nylon oder Polyester), aus dem jede einzelne Borste besteht. Zusätzlich spielen die Länge der Borste, das verwendete Material und die Abrundung der Borstenspitze eine Rolle.

Bezeichnung Filamentdurchmesser Typische Beschreibung
Ultra-weich / Sensitiv 0,08–0,10 mm Sehr feines, flexibles Filament
Weich 0,15–0,18 mm Standard-weich, häufig empfohlen
Mittel 0,18–0,23 mm Am weitesten verbreitet im Handel
Hart 0,25–0,30 mm und mehr Stark und steif, kaum noch empfohlen

Wichtig: Es gibt keine einheitliche, international verbindliche Norm für die Bezeichnungen „weich", „mittel" und „hart". Was ein Hersteller als „weich" deklariert, kann bei einem anderen als „mittel" gelten. Die DIN EN ISO 20126 legt zwar Prüfverfahren für die Biegesteifigkeit von Zahnbürstenborsten fest, aber die Zuordnung zu Verbraucherbezeichnungen bleibt Sache der Hersteller.

Warum ist die Borstenstärke so wichtig?

Die Wahl der richtigen Borstenstärke hat direkte Auswirkungen auf Ihre Mundgesundheit. Es geht dabei um zwei gegenläufige Anforderungen: Die Borsten müssen fest genug sein, um Plaque effektiv von der Zahnoberfläche zu lösen, aber weich genug, um Zahnschmelz, Zahnfleisch und empfindliche Zahnhälse nicht zu beschädigen.

Zu harte Borsten können mehrere Probleme verursachen:

  • Zahnfleischrückgang: Steife Borsten und zu viel Druck können das Zahnfleisch mechanisch verletzen und dauerhaft zurückdrängen.
  • Zahnhalsabrasion: Am freiliegenden Zahnhals, wo kein schützender Zahnschmelz vorhanden ist, können harte Borsten das weiche Dentin regelrecht abschleifen – sogenannte keilförmige Defekte.
  • Zahnschmelzabrieb: In Kombination mit abrasiver Zahnpasta können zu harte Borsten auch den Zahnschmelz schädigen.
  • Zahnfleischverletzungen: Risse und Wunden am Zahnfleisch, die Eintrittspforten für Bakterien sein können.

Zu weiche Borsten hingegen – das ist ein häufiger Einwand – könnten möglicherweise weniger Plaque entfernen. Studien zeigen jedoch, dass die Reinigungseffektivität weniger von der Borstenstärke abhängt als von der Putztechnik, der Putzdauer und der Borstendichte. Eine Zahnbürste mit vielen weichen Borsten kann Plaque ebenso effektiv entfernen wie eine mit weniger, härteren Borsten – bei deutlich geringerem Verletzungsrisiko.

Was empfehlen Zahnärzte?

Die Tendenz in der modernen Zahnmedizin geht eindeutig in Richtung weicher bis ultra-weicher Borsten. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt weiche Zahnbürsten, insbesondere für Menschen mit Zahnfleischproblemen, empfindlichen Zahnhälsen oder nach zahnmedizinischen Eingriffen. Harte Zahnbürsten werden heute kaum noch empfohlen.

Der Grund ist einfach: Die meisten Zahnschäden durch Bürsten entstehen nicht durch zu wenig Reinigungskraft, sondern durch zu viel mechanische Belastung. Zahnfleischbluten wird nicht durch härteres Schrubben gelöst, sondern durch sanfteres, gründlicheres Putzen am Zahnfleischsaum – idealerweise mit einer weichen bis ultra-weichen Bürste.

Die Rolle der Borstendichte

Ein Faktor, der oft übersehen wird, ist die Borstendichte, also die Anzahl der Borsten pro Bürstenkopf. Eine herkömmliche Zahnbürste hat typischerweise 500 bis 1.500 Borsten. Ultra-weiche Zahnbürsten mit hoher Borstendichte können dagegen 5.000 bis 20.000 oder sogar mehr Borsten haben.

Die Logik dahinter: Wenn jede einzelne Borste dünner und weicher ist, muss eine größere Anzahl von Borsten dafür sorgen, dass die Reinigungskraft insgesamt stimmt. Viele weiche Borsten verteilen den Putzdruck auf eine größere Fläche, was die Belastung pro Kontaktpunkt drastisch reduziert – wie ein Nagelbett, auf dem man liegen kann, ohne sich zu verletzen.

Die nano. Zahnbürste mit 20.000 Borsten nutzt genau dieses Prinzip: Extrem feine Borsten (0,10 mm Durchmesser) in extrem hoher Dichte. Das Ergebnis ist eine Bürste, die am Zahnfleischsaum und im Sulkus gründlich reinigt, ohne das Gewebe zu belasten, und die sich dabei auf den Zähnen samtig-weich anfühlt.

Eigenschaft Herkömmliche Bürste (mittel) nano. Zahnbürste
Borstenzahl ca. 500–1.500 ca. 20.000
Filamentdurchmesser 0,18–0,23 mm ca. 0,10 mm
Gefühl beim Putzen Deutlich spürbar, teils kratzend Samtig-weich
Druck pro Borste Höher (weniger Verteilung) Minimal (breite Verteilung)
Empfohlen bei Gesundem Zahnfleisch Allen Zuständen, besonders bei empfindlichem Zahnfleisch

Wann sind ultra-weiche Borsten besonders sinnvoll?

Ultra-weiche Borsten sind für alle Menschen eine gute Wahl, aber in bestimmten Situationen sind sie besonders empfehlenswert:

Häufige Fragen

Reinigen weiche Borsten genauso gut wie harte?

Ja – vorausgesetzt, die Putztechnik und Putzdauer stimmen. Studien zeigen, dass die Plaque-Entfernung weniger von der Borstenstärke abhängt als von der Gründlichkeit des Putzens. Eine Zahnbürste mit vielen weichen Borsten in hoher Dichte kann Plaque ebenso effektiv entfernen wie eine mit wenigen, harten Borsten – bei deutlich geringerem Risiko für Zahnfleisch- und Zahnschäden.

Was bedeutet „atraumatisch" bei Zahnbürsten?

Atraumatisch bedeutet „ohne Verletzung". Eine atraumatische Zahnbürste ist so gestaltet, dass sie beim normalen Gebrauch weder Zahnfleisch noch Zahnschmelz schädigt. Dazu tragen weiche, abgerundete Borstenspitzen, ein hoher Filamentanteil und ein flexibler Bürstenkopf bei. Ultra-weiche Bürsten mit hoher Borstendichte gelten als besonders atraumatisch.

Wie oft sollte man die Zahnbürste wechseln?

Die allgemeine Empfehlung lautet alle zwei bis drei Monate oder sobald die Borsten sichtbar ausgefranst sind. Bei ultra-weichen Borsten kann es sein, dass die Borsten etwas schneller an Struktur verlieren – achten Sie darauf, dass die Borstenenden noch aufrecht stehen und ihre Form behalten. Eine Zahnbürste mit verbogenen Borsten reinigt weniger effektiv und kann das Zahnfleisch reizen.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): Wissenschaftliche Stellungnahme zur häuslichen mechanischen Plaquekontrolle – dgzmk.de
  • DIN EN ISO 20126: Zahnheilkunde – Handzahnbürsten – Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren
  • et al. (2019): „The effect of toothbrush filament stiffness on plaque removal and gingival abrasion", Journal of Clinical Periodontology, 46(5), S. 507–515
  • When it comes to choosing a toothbrush, K. & M. (2016): „Toothbrush bristle design: comparison of cleaning efficiency", International Journal of Dental Hygiene, 14(2), S. 134–140
  • zahnärztekammer (BZÄK): Richtig Zähneputzen – Patienteninformation – bzaek.de

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt zur optimalen Zahnbürste und Putztechnik beraten.

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