Was ist Parodontitis? Mehr als Zahnfleischbluten: eine stille Gefahr für Ihre Zähne

Letzte Aktualisierung: März 2026 · Quellen am Ende des Artikels

Parodontitis – im Volksmund oft fälschlich „Parodontose" genannt – ist eine chronische, bakteriell verursachte Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie betrifft nicht nur das Zahnfleisch, sondern greift den Kieferknochen an, der die Zähne verankert. Unbehandelt führt sie zu Knochenabbau, Zahnlockerung und letztlich Zahnverlust. Laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) leiden über 50 % der jüngeren Erwachsenen und mehr als 64 % der 65- bis 74-Jährigen an einer moderaten bis schweren Parodontitis.

Das Tückische: Parodontitis verläuft lange schmerzfrei. Viele Betroffene bemerken sie erst, wenn bereits erheblicher Knochenabbau stattgefunden hat. Dabei beginnt jede Parodontitis als Gingivitis – eine oberflächliche Zahnfleischentzündung, die noch vollständig heilbar wäre.

Wie Parodontitis entsteht

Am Anfang steht bakterieller Zahnbelag – die Plaque. Wird sie nicht regelmäßig entfernt, entzündet sich zunächst das Zahnfleisch (Gingivitis). Bei manchen Menschen – abhängig von genetischer Veranlagung, Lebensgewohnheiten und Risikofaktoren – greift die Entzündung auf den darunterliegenden Knochen über. Das Immunsystem versucht, die Bakterien zu bekämpfen, setzt dabei aber auch Botenstoffe frei, die den eigenen Knochen abbauen. Ein paradoxer Prozess: Der Körper zerstört sich selbst im Versuch, sich zu schützen.

Es bilden sich vertiefte Zahnfleischtaschen – Spalten zwischen Zahn und Zahnfleisch, die tiefer als 3 mm sind. In diesen Taschen gedeihen anaerobe Bakterien, die ohne Sauerstoff leben und besonders aggressiv sind. Ein Teufelskreis: Die Taschen vertiefen sich, die Bakterien vermehren sich, der Knochen schwindet weiter.

Symptome und Warnsignale

Zahnfleischbluten ist das häufigste Frühsymptom – wird aber oft ignoriert oder als normal abgetan. Weitere Anzeichen sind Rötung und Schwellung des Zahnfleischs, Mundgeruch trotz guter Hygiene, freiliegende Zahnhälse durch Zahnfleischrückgang und im fortgeschrittenen Stadium Zahnlockerung und Zahnwanderung. Vorsicht bei Rauchern: Nikotin verengt die Blutgefäße, sodass Zahnfleischbluten trotz bestehender Parodontitis ausbleiben kann.

Risikofaktoren

Rauchen ist laut der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie der stärkste beeinflussbare Risikofaktor – Raucher haben ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko. Diabetes mellitus erhöht das Risiko um das Zwei- bis Dreifache und wird durch Parodontitis selbst verschlechtert – ein wechselseitiger Zusammenhang. Weitere Risikofaktoren sind genetische Veranlagung, Stress, bestimmte Medikamente und unzureichende Mundhygiene.

Behandlung und die Rolle der Zahnbürste

Die Behandlung der Parodontitis erfolgt in der zahnarztlichen Praxis durch eine systematische Reinigung der Zahnfleischtaschen (subgingivales Debridement). Seit 2022 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Parodontitis-Therapie inklusive Nachsorge (UPT).

Doch die häusliche Pflege entscheidet über den Langzeiterfolg. Eine ultra-weiche Zahnbürste mit 20.000 Borsten wie die nano. Classic reinigt den Zahnfleischsaum gründlich, ohne das entzündete Gewebe weiter zu verletzen – der entscheidende Faktor, um Parodontitis nach der Behandlung stabil zu halten.

Häufige Fragen

Ist Parodontitis heilbar?

Der Knochenabbau durch Parodontitis ist nicht rückgängig zu machen. Aber die Erkrankung kann gestoppt und stabilisiert werden. Mit konsequenter Therapie und guter häuslicher Pflege behalten die meisten Patienten ihre Zähne langfristig.

Was ist der Unterschied zwischen Parodontitis und Parodontose?

Parodontose ist ein veralteter Begriff, der einen nicht-entzündlichen Knochenabbau beschrieb. Heute weiß man, dass dem Knochenabbau fast immer eine Entzündung zugrunde liegt – deshalb heißt die korrekte Bezeichnung Parodontitis (Endung „-itis" = Entzündung).

Kann Parodontitis andere Krankheiten begünstigen?

Ja. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Frühgeburten und möglicherweise auch Alzheimer. Die Bakterien und Entzündungsbotenstoffe aus den Zahnfleischtaschen können über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen.

Quellen & weiterführende Informationen

  • IDZ: Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), 2016 – idz.institute
  • DG PARO: S3-Leitlinie Behandlung der Parodontitis – dgparo.de
  • KZBV: Parodontitis – Patienteninformation – kzbv.de
  • G-BA: Parodontitisrichtlinie – g-ba.de
  • Tonetti, M.S. et al. (2018): „Staging and grading of periodontitis", Journal of Clinical Periodontology, 45(Suppl 20)

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Parodontitis wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt.

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