Letzte Aktualisierung: März 2026 · Quellen am Ende des Artikels
Wenn die meisten Menschen an Karies denken, stellen sie sich dunkle Stellen auf der Kaufläche oder zwischen den Zähnen vor. Doch es gibt eine Form von Karies, die vielen weniger bekannt ist, und die besonders schnell und aggressiv voranschreiten kann: die Wurzelkaries. Sie entsteht an den freiliegenden Zahnwurzeln, also dort, wo sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat und das empfindliche Wurzelzement freiliegt.
Laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie sind über 20 % der jüngeren Senioren (65–74 Jahre) von Wurzelkaries betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit weiter. Das macht Wurzelkaries zu einem der drängendsten Probleme der Alterszahnheilkunde, und zu einem Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient.
Was ist Wurzelkaries genau?
Wurzelkaries (auch: Wurzeloberflächenkaries oder Zahnhalskaries) ist eine kariöse Läsion, die an der freiliegenden Zahnwurzel entsteht, also unterhalb der Schmelz-Zement-Grenze, wo die Zahnkrone in die Zahnwurzel übergeht. Während die Zahnkrone von einem harten Schmelzmantel geschützt wird, besteht die Wurzeloberfläche nur aus Wurzelzement und dem darunterliegenden Dentin. Beide sind deutlich weicher und säureanfälliger als Zahnschmelz.
| Betroffenes Gewebe | Wurzelzement und Dentin (nicht Zahnschmelz) |
| Kritischer pH-Wert | 6,2–6,7 (Zahnschmelz erst bei 5,5) |
| Voraussetzung | Freiliegende Zahnwurzeln durch Zahnfleischrückgang |
| Risikogruppen | Senioren, Parodontitis-Patienten, Menschen mit Mundtrockenheit |
| Progression | Schneller als Kronenkaries, oft flächig statt punktuell |
Der entscheidende Punkt: Wurzelzement beginnt bereits bei einem pH-Wert von 6,2 bis 6,7 zu demineralisieren – Zahnschmelz erst bei 5,5. Das bedeutet, dass schon milde Säurebelastungen, die dem Zahnschmelz nichts anhaben, an der Wurzeloberfläche Schaden anrichten können. Dieser Unterschied macht Wurzelkaries so tückisch.
Wie entsteht Wurzelkaries?
Die Grundvoraussetzung für Wurzelkaries ist eine freiliegende Zahnwurzel. Im gesunden Zustand ist die Zahnwurzel vollständig vom Zahnfleisch und dem Kieferknochen bedeckt und geschützt. Erst wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht – durch Parodontitis, durch zu kräftiges Zähneputzen, durch altersbedingte Gewebeveränderungen oder nach parodontaler Behandlung – , wird die Wurzeloberfläche der Mundhöhle ausgesetzt.
Auf der nun freiliegenden, rauen Wurzeloberfläche haftet bakterieller Zahnbelag besonders gut. Die Bakterien in der Plaque produzieren Säuren aus Zucker und Stärke, die das weiche Wurzelzement und Dentin angreifen. Anders als bei Kronenkaries, die sich oft punktuell in Fissuren oder Zahnzwischenräumen entwickelt, breitet sich Wurzelkaries häufig flächig entlang des Zahnhalses aus – manchmal ringförmig um den gesamten Zahn.
Mehrere Faktoren erhöhen das Risiko erheblich:
- Zahnfleischrückgang: Je mehr Wurzeloberfläche freiliegt, desto größer die Angriffsfläche.
- Mundtrockenheit (Xerostomie): Ohne Speichel fehlt die natürliche Remineralisation und Säureneutralisation – das Risiko steigt dramatisch.
- Mangelhafte Mundhygiene: Plaqueansammlungen am Zahnhals sind der direkte Auslöser.
- Zuckerreiche Ernährung: Häufiger Zuckerkonsum senkt den pH-Wert im Mund wiederholt ab.
- Medikamente: Viele Medikamente reduzieren den Speichelfluss als Nebenwirkung.
- Eingeschränkte Motorik: Bei älteren Menschen oder Pflegebedürftigen kann die Mundhygiene eingeschränkt sein.
Warum ist Wurzelkaries besonders gefährlich?
Wurzelkaries schreitet schneller voran als Kronenkaries, weil das betroffene Gewebe weicher ist. Sie kann innerhalb weniger Monate tief in den Zahn vordringen und den Zahnnerv erreichen – was Schmerzen, Entzündungen und im schlimmsten Fall den Verlust des Zahnes bedeutet. Gleichzeitig wird sie oft spät erkannt, weil sie häufig unterhalb des Zahnfleischsaums beginnt und bei der täglichen Selbstkontrolle im Spiegel kaum sichtbar ist.
Ein weiteres Problem: Wurzelkaries ist schwieriger zu behandeln als Kronenkaries. Die Defekte liegen nahe am Zahnfleisch, sind oft flächig und schwer zugänglich. Füllungen halten an der Wurzeloberfläche weniger gut, und die Nähe zum Zahnfleisch erschwert eine trockene Arbeitsumgebung, die für viele Füllungsmaterialien notwendig ist.
Vorbeugung: Was schützt vor Wurzelkaries?
Die wichtigste Maßnahme ist die konsequente Plaque-Entfernung am Zahnhals – genau dort, wo Zahnfleischrückgang die Wurzel freigelegt hat. Das erfordert eine Zahnbürste, die am Zahnfleischsaum gründlich reinigt, ohne das empfindliche Gewebe weiter zu schädigen oder den Zahnfleischrückgang zu verschlimmern.
Die nano. Zahnbürste mit 20.000 Borsten ist dafür besonders geeignet: Ihre ultra-feinen Borsten entfernen Plaque am Zahnfleischsaum und an freiliegenden Zahnhälsen effektiv, ohne das empfindliche Wurzelzement oder das zurückgewichene Zahnfleisch zu reizen. Die hohe Borstendichte sorgt dafür, dass auch die raue Wurzeloberfläche gründlich gereinigt wird.
Darüber hinaus empfehlen zahnmedizinische Fachgesellschaften:
- Fluoridhaltige Zahnpasta: Fluorid stärkt das Wurzelzement und fördert die Remineralisation. Bei erhöhtem Risiko kann Ihr Zahnarzt eine hochdosierte Fluoridierung verordnen.
- Interdentalpflege: Zahnzwischenräume am Zahnhals sind besonders kariesgefährdet – tägliche Reinigung mit Interdentalbürsten oder Zahnseide ist unverzichtbar.
- Regelmäßige Zahnarztbesuche: Wurzelkaries wird bei der Selbstkontrolle oft übersehen – Ihr Zahnarzt kann sie frühzeitig erkennen.
- Speichelfluss anregen: Bei Mundtrockenheit zuckerfreie Kaugummis kauen und ausreichend Wasser trinken.
Häufige Fragen
Kann Wurzelkaries rückgängig gemacht werden?
Im sehr frühen Stadium, wenn die Demineralisation nur oberflächlich ist – kann eine Remineralisation durch Fluorid und verbesserte Mundhygiene möglich sein. Sobald sich jedoch ein Defekt im Wurzelzement gebildet hat, ist die Karies nicht mehr reversibel und muss zahnärztlich behandelt werden, in der Regel durch eine Füllung.
Woran erkenne ich Wurzelkaries?
Wurzelkaries zeigt sich oft als dunklere Verfärbung am Zahnhals, manchmal als weiche oder raue Stelle, die Sie mit der Zunge fühlen können. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Zahn empfindlich auf Süßes, Kaltes oder Warmes reagieren. Da Wurzelkaries häufig unterhalb des Zahnfleischsaums beginnt, ist sie für den Laien schwer zu erkennen – regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind daher entscheidend.
Warum sind ältere Menschen besonders betroffen?
Drei Faktoren kommen zusammen: Erstens haben ältere Menschen häufiger Zahnfleischrückgang und damit freiliegende Zahnwurzeln. Zweitens nehmen viele Medikamente ein, die als Nebenwirkung den Speichelfluss reduzieren. Und drittens kann die Mundhygiene durch eingeschränkte Feinmotorik oder kognitive Einschränkungen erschwert sein. Diese Kombination macht Wurzelkaries zur häufigsten Kariesform im Alter.
Quellen & weiterführende Informationen
- Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ): Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), 2016 – idz.institute
- Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ): Leitlinie Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen – dgz-online.de
- Sugano, N. (2021): „Root surface caries: epidemiology, risk factors and prevention", Japanese Dental Science Review, 57, S. 44–53
- Bundeszahnärztekammer (BZÄK): Zahngesundheit im Alter – bzaek.de
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): Mundgesundheit im Alter – kzbv.de
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Wurzelkaries wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt.
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