Letzte Aktualisierung: März 2026 · Quellen am Ende des Artikels
Mundtrockenheit klingt zunächst wie eine Bagatelle – ein trockenes Gefühl, das nach einem Glas Wasser wieder verschwindet. Doch wenn der Mund dauerhaft austrocknet, hat das weitreichende Folgen für die gesamte Mundgesundheit. Die medizinische Bezeichnung lautet Xerostomie, und Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen 20 und 30 % der über 65-Jährigen betroffen. Aber auch jüngere Menschen können betroffen sein – vor allem als Nebenwirkung von Medikamenten.
Speichel ist weit mehr als nur Flüssigkeit im Mund. Er schützt die Zähne vor Karies, neutralisiert Säuren, unterstützt die Wundheilung und hält die Mundschleimhaut geschmeidig. Fehlt der Speichel, gerät dieses gesamte System aus dem Gleichgewicht – mit spürbaren Folgen für Zähne, Zahnfleisch und Lebensqualität.
Was ist Xerostomie genau?
Xerostomie bezeichnet das subjektive Empfinden von Mundtrockenheit. Wichtig ist die Unterscheidung: Xerostomie beschreibt das Symptom, nicht die Ursache. Die tatsächliche Verringerung der Speichelproduktion heißt Hyposalivation. Beide Zustände treten oft gemeinsam auf, müssen es aber nicht – manche Menschen empfinden ihren Mund als trocken, obwohl die Speichelproduktion objektiv normal ist.
| Xerostomie | Subjektives Gefühl der Mundtrockenheit |
| Hyposalivation | Messbar reduzierter Speichelfluss (< 0,1 ml/min unstimuliert) |
| Betroffene | 20–30 % der über 65-Jährigen, zunehmend auch Jüngere |
| Hauptursache | Medikamente (über 500 Wirkstoffe bekannt) |
| Folgen | Erhöhtes Kariesrisiko, Mundschleimhautprobleme, Schluckbeschwerden |
Ursachen: Warum trocknet der Mund aus?
Die mit Abstand häufigste Ursache für Xerostomie sind Medikamente. Über 500 Wirkstoffe können als Nebenwirkung die Speichelproduktion reduzieren. Dazu gehören Antidepressiva, Antihistaminika, Blutdrucksenker, Diuretika, Schmerzmittel und viele weitere Medikamentengruppen. Da ältere Menschen häufiger mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen (Polypharmazie), steigt das Risiko mit dem Alter deutlich an.
Darüber hinaus gibt es weitere Ursachen:
- Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich: Die Speicheldrüsen können durch Bestrahlung dauerhaft geschädigt werden. Der Speichelfluss kann um bis zu 95 % zurückgehen.
- Sjögren-Syndrom: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Speichel- und Tränendrüsen angreift.
- Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte können die Speicheldrüsenfunktion beeinträchtigen.
- Dehydrierung: Zu wenig Flüssigkeitszufuhr – besonders bei älteren Menschen ein häufiges Problem.
- Mundatmung: Dauerhaftes Atmen durch den Mund, etwa bei verstopfter Nase oder im Schlaf, trocknet die Schleimhäute aus.
- Stress und Angst: Akuter Stress kann die Speichelproduktion vorübergehend hemmen.
Was passiert, wenn der Speichel fehlt?
Speichel erfüllt im Mund eine beeindruckende Vielfalt an Schutzfunktionen. Er spült Nahrungsreste und Bakterien weg, neutralisiert Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, und liefert Kalzium und Phosphat für die Remineralisation der Zähne. Er enthält antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Immunglobulin A, die das Bakterienwachstum in Schach halten. Und er hält die Mundschleimhaut feucht und geschmeidig.
Fehlt der Speichel, fallen all diese Schutzfunktionen weg. Die Folgen zeigen sich oft innerhalb weniger Wochen bis Monate:
Das Kariesrisiko steigt dramatisch an – besonders für Wurzelkaries, die bei freiliegenden Zahnhälsen ohne den Schutz des Speichels rasant fortschreiten kann. Die Mundschleimhaut wird rissig, brennt und ist anfällig für Pilzinfektionen (orale Candidiasis). Das Zahnfleisch entzündet sich leichter, weil Bakterien nicht mehr weggespült werden. Viele Betroffene entwickeln Mundgeruch (Halitosis), haben Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen und verlieren das Geschmacksempfinden. Das Tragen von Zahnprothesen wird ohne den Gleitfilm des Speichels schmerzhaft.
Diagnose: Wie wird Xerostomie festgestellt?
Ihr Zahnarzt kann Xerostomie durch eine Kombination aus Anamnese und einfachen Tests feststellen. Die Sialometrie misst den Speichelfluss: Dabei sammeln Sie über einen bestimmten Zeitraum Speichel in einem Messbecher. Werte unter 0,1 ml pro Minute (unstimuliert) gelten als klinisch relevante Hyposalivation. Ergänzend beurteilt der Zahnarzt die Mundschleimhaut auf Trockenheit, Rötungen und Pilzbefall.
Behandlung und Linderung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Wenn Medikamente der Auslöser sind, kann in Absprache mit dem behandelnden Arzt geprüft werden, ob ein Wechsel auf ein Präparat mit weniger mundtrocknenden Nebenwirkungen möglich ist. In vielen Fällen lässt sich die Ursache jedoch nicht beseitigen – dann steht die Linderung der Symptome und der Schutz der Zähne im Vordergrund.
- Viel trinken: Regelmäßig kleine Schlucke Wasser über den Tag verteilt – das hält die Schleimhäute feucht.
- Speichelersatzmittel: Gele und Sprays mit Hyaluronsäure oder Muzin können die Mundschleimhaut befeuchten.
- Zuckerfreie Kaugummis: Kauen stimuliert den Speichelfluss – Kaugummis mit Xylitol haben zusätzlich einen kariesprotektiven Effekt.
- Fluoridierung: Hochdosierte Fluoridgele oder -lacke schützen die Zähne bei reduziertem Speichelfluss vor Karies.
- Alkohol- und koffeinhaltige Getränke meiden: Beide können den Mund zusätzlich austrocknen.
Besonders wichtig ist bei Xerostomie eine schonende, aber gründliche Zahnpflege. Die nano. Zahnbürste mit 20.000 ultra-feinen Borsten eignet sich besonders gut, weil sie die empfindliche, ausgetrocknete Mundschleimhaut nicht zusätzlich reizt. Die dicht stehenden Borsten reinigen den Zahnfleischsaum gründlich, ohne dabei Druck auf das trockene, verletzliche Gewebe auszuüben.
Häufige Fragen
Ist Xerostomie eine eigenständige Krankheit?
Nein, Xerostomie ist ein Symptom und keine eigenständige Diagnose. Sie beschreibt das subjektive Gefühl der Mundtrockenheit, das viele verschiedene Ursachen haben kann – von Medikamentennebenwirkungen über Autoimmunerkrankungen bis hin zu Dehydrierung. Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache.
Kann Mundtrockenheit die Zähne dauerhaft schädigen?
Ja. Ohne den Schutz des Speichels steigt das Kariesrisiko erheblich. Besonders gefährdet sind freiliegende Zahnhälse, an denen sich Wurzelkaries entwickeln kann. Auch das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Mundschleimhautinfektionen nimmt zu. Eine konsequente Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche sind bei Xerostomie daher besonders wichtig.
Wann sollte man bei Mundtrockenheit zum Arzt gehen?
Wenn die Mundtrockenheit länger als zwei Wochen anhält, trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr nicht besser wird oder von weiteren Symptomen wie trockenen Augen, Gelenkschmerzen oder Schluckbeschwerden begleitet wird. Auch wenn Sie neue Medikamente einnehmen und seitdem einen trockenen Mund bemerken, sollten Sie das mit Ihrem Arzt besprechen.
Quellen & weiterführende Informationen
- Bundeszahnärztekammer (BZÄK): Patienteninformation Mundtrockenheit – bzaek.de
- Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): S2k-Leitlinie Mundtrockenheit – dgzmk.de
- Sreebny, L. M. & Schwartz, S. S. (1997): „A reference guide to drugs and dry mouth", Gerodontology, 14(1), S. 33–47
- Villa, A. et al. (2015): „Diagnosis and management of xerostomia and hyposalivation", Therapeutics and Clinical Risk Management, 11, S. 45–51
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): Kariesprävention bei Xerostomie – kzbv.de
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder zahnärztliche Beratung. Bei anhaltender Mundtrockenheit wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Zahnarzt.
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